DER UNHEIMLICHE
BESUCH




nach Hans Fallada
 
Es war einmal ein Junge, den nannten seine Eltern den Husch, weil er stets so eilig weghuschte. Der Husch kannte kein größeres Vergnügen, als sich zu verstecken, so dass alle nach ihm suchen mussten. An einem Sonntagnachmittag war er allein zu Haus, saß am Fenster – da öffnete sich plötzlich das Hoftor und ging auch wieder zu, gerade so als ob jemand zu Besuch käme. Es war aber niemand zu sehen und doch hatte der Junge das bestimmte Gefühl, ein Gesicht schaut durch das Fenster in die Stube hinein. Das ist doch wunderbar, dachte der Husch. Da ist jemand und ist doch nicht zu sehen. Wenn der sich versteckt, kann er‘s noch besser als ich. Dann ging die Tür ins Haus hinein.